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gmbhchef Ausgabe 03-2013 Bonn

Titelthema Unternehmensfinanzierung Professionalisierung des Forderungsmanagements Unabhängigkeit erreichen » Interview Forderungsmanagement wird im unternehmerischen Alltag häufig auf das Eintreiben überfälliger Forderungen reduziert. Diese Sichtweise greift allerdings zu kurz. gmbhchef sprach mit Rudolf Gellrich, Geschäftsführer der BFS finance GmbH, über die Möglichkeiten risikoorientierten Forderungsmanagements. 10 | Juni · Juli 2013 berücksichtigen und diese mithilfe kontinuierlicher Monitoring-Prozesse anzupassen. Neben der Festlegung der Belieferungshöhe eines Kunden sind eine adäquate Debitorenbuchhaltung mit automatischer Großkunden Avisverarbeitung und generellem Zahlungsmatching bis hin zu einem effizienten Mahn- und Inkassowesen wichtige Bestandteile des Forderungsmanagements. Einzelne Maßnahmen dürfen dabei selbstverständlich nicht zulasten der Kundenbeziehungen gehen. Fingerspitzengefühl ist gefragt. Dies gilt insbesondere bei der Geltendmachung fälliger Forderungen. Sie sprechen von schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen. Worin genau Herr Gellrich, was umfasst der Begriff Forderungsmanagement? Wird Forderungsmanagement eng gefasst und nur auf das Eintreiben überfälliger Forderungen reduziert, kann dies schwerwiegende wirtschaftliche Folgen für ein Unternehmen nach sich ziehen. Das übergeordnete Ziel des Forderungsmanagements besteht in der Identifikation und Reduktion von Ausfall, Umsatz- und Bilanzstrukturrisiken. Fragen zur Liquiditätssicherung sind daher nicht erst im Zusammenhang der Forderungsentstehung, sondern bereits zu Beginn einer Geschäftsbeziehung äußerst relevant. So ist es im Rahmen risikoorientierten Forderungsmanagements wichtig, debitorenspezifische Bonitätsinformationen zu besteht die Gefahr eines unprofessionellen Umgangs mit Forderungen? Das Forderungsmanagement eines Unternehmens steht in unmittelbarem Zusammenhang zu dessen Liquidität. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellen in der Regel eine wesentliche, wenn nicht sogar die größte Vermögensposition in der Bilanz dar. Der Stellenwert, den Forderungspositionen beim betrieblichen Risikomanagement einnehmen sollten, erklärt sich daher von selbst. Sowohl Totalausfälle offener Forderungen als auch verzögertes Zahlungsverhalten sind im B2C- und B2B-Sektor leider zunehmend zu beobachtende Phänomene, die Unternehmen häufig zu spät erkennen oder


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