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Big Data – Das Erdöl der Zukunft
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Big Data – Das Erdöl der Zukunft

Im Zeitalter der Digitalisierung bedeuten zusätzliche Informationen Vorteile im Wettbewerb. Big Data ist daher die große Chance für mittelständische Unternehmen. Doch was eigentlich ist das Neue bei „Big Data“? Und wo liegt der konkrete Nutzen?

Ein gutes betriebliches Reporting-System war schon immer eine Selbstverständlichkeit in Unternehmen. Was verbirgt sich also Neues hinter dem Schlagwort „Big Data“? Zunächst erfuhr das betriebliche Reporting über Jahre hinweg viele Verfeinerungen durch Unternehmens-Software, die die Geschäftsprozesse abbildete. Insgesamt scheinen deutsche Unternehmen, was die Nutzung dieser Instrumente anbetrifft, bislang aber eher zögerlich. Eine Analyse von PWC und Iron Mountain sieht deutsche Unternehmen beim „Informationswert-Index“, einer Kennzahl zur Charakterisierung der Kompetenzen bei Big Data, nur im Mittelfeld, gemessen an Faktoren wie dem Einsatz einer hinreichenden Zahl von kundigen Datenanalysten oder der systematischen Nutzung der gewonnenen Informationen.

Chancen für KMU
Welches sind dabei die relevanten Ansatzpunkte? Ein Gedanke ist, mithilfe besserer Informationen über die Zielgruppe treffsicher Marktpotenziale zu identifizieren, sei es durch Eingrenzung des relevanten Personenkreises, sei es durch ein besseres Verständnis der Bedürfnisse. Dass aus diesem Gedanken auch Chancen für KMU resultieren, liegt auf der Hand: Sie könnten durch die Möglichkeiten, kostengünstig an relevante Informationen zu gelangen, gegenüber den großen Unternehmen aufholen – KMU wären dann „Schnellboote“, die langsamere Großtanker überholen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Vernetzung: Es geht bei Big Data nicht nur um die Suche im Internet, sondern vor allem um systematische Ansätze der Vernetzung – mit Kunden, Lieferanten und Konkurrenten auf geeigneten Plattformen, auf denen relevante Informationen angeboten werden. Allerdings könnten sich dabei an vielen Stellen „Plattformen“ in die Wertschöpfungsketten der Unternehmen zwischen Unternehmen und Kunden schieben, die die hochspezialisierte Aufgabe der Datensammlung und -auswertung übernehmen. Statt dass der Mittelstand aus dem leichteren Zugang zu Informationen Kapital schlägt, könnten dann „seine“ Daten dort landen und die typischen Tendenzen zur Oligopolisierung oder gar Monopolisierung von Informationen noch verstärken.

Potenzial contra Datenschutz
Wie geht es weiter? Auf der einen Seite hält die Goldgräberstimmung an – „Daten als das Erdöl der Zukunft“ wurde da schon einmal formuliert. Überall seien zusätzliche Daten mit Potenzial zur Veränderung von Geschäften zu finden, sei es durch die Aggregation von Informationen auf neuen Plattformen oder durch neue Informationen wie ortsbezogene Daten. Auf der anderen Seite werden aber auch Schutzaspekte diskutiert: Müssen die Nutzer davor geschützt werden, zu viel von sich preiszugeben? Was bedeuten die Informationsberge für Datenschutz und Vertrauen? Wem gehören die Nutzerdaten?

Eine Studie der Deutschen Bank warnt davor, das Misstrauen gegenüber der digitalen Zukunft rund um Big Data zu unterschätzen. Nur die Hälfte der Nutzer sei bereit, für die Option, personalisierte Angebote zu erhalten, auch Daten zu liefern. Die Frage ist auch, ob die Nutzer sich daran gewöhnen, mit personalisierten „Small Data“ umzugehen – oder empfinden sie die Reduzierung der Informationsflut vielleicht als positiv?

Insoweit ist in Sachen Big Data eine Abwägung erforderlich. Aber auch die Vernetzung mit dem Wettbewerb, mit Kunden und Lieferanten ist angesagt, um einen Abfluss von Daten an globale Informations-Plattformen zu vermeiden. Nicht zuletzt geht es bei alledem auch um die Berücksichtigung von Datenschutzaspekten, deren Vernachlässigung womöglich negativen Einfluss auf die Reputation des Unternehmens haben könnte.

Ekkehart Gerlach
Deutsche Medienakademie GmbH
www.medienakademie-koeln.de

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