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Betriebliche Prävention: Mobile Gesundheitschecks
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Betriebliche Prävention: Mobile Gesundheitschecks

Immer mehr Unternehmen setzen mobile Gesundheitschecks im Rahmen von Gesundheitstagen ein. Von dem flexiblen Präventionsangebot profitieren alle Beteiligten: Mitarbeiter erhalten Vorsorgeuntersuchungen ohne lange Wege und Wartezeiten bei Fachärzten und erfahren in kurzer Zeit viel Wissenswertes über ihren eigenen Gesundheitszustand. Und das Unternehmen hält seine Mitarbeiter langfristig leistungsfähig und stärkt seine Attraktivität als Arbeitgeber.

Jeweils fünf Mitarbeiter nehmen an einem 400-Meter-Lauf auf dem Betriebsgelände teil. Im Anschluss werden sie von Dr. Jürgen Siebenhünen, Leistungsdiagnostiker bei der UBGM-Unternehmensberatung für Betriebliches Gesundheitsmanagement an der Mess-Station in Empfang genommen. Für den Laktat-Ausdauer-Test ist das nötige Equipment vorbereitet: Eine Assistentin entnimmt bei den einzelnen Mitarbeitern nacheinander jeweils einen Bluttropfen vom Ohrläppchen, womit innerhalb von wenigen Minuten der Laktatwert bestimmt und ausgewertet werden kann.

Der Test ermöglicht sehr genaue Aussagen über die konditionelle Fitness einer Person, so Siebenhünen. Der Leistungsdiagnostiker überreicht jedem Mitarbeiter eine Auswertung seines aktuellen Fitnessprofils, erläutert das individuelle Testergebnis und gibt Empfehlungen, wie jeder sein Training künftig gesundheitsförderlicher steuern kann. Dabei legt er Wert darauf, dass das Ergebnis nicht nur gut verstanden, sondern auch verständnisvoll vermittelt wird: „Wir gehen stets empathisch vor, sind dabei humorvoll und ohne erhobenen Zeigefinger unterwegs.“

Bei diesem Gesundheits-Check haben insgesamt 1.100 Mitarbeiter eines Luft- und Raumfahrt-Unternehmens im Rahmen des jährlichen Aktionstags teilgenommen. Entsprechend ihrer selbst eingeschätzten Fitness haben sich die Mitarbeiter vor Beginn dieses Checks in Sportler oder Einsteiger eingruppiert. Die Sportler haben den 400-Meter-Lauf mit anschließender Laktatleistungsdiagnostik und die Einsteiger einen sechsminütigen Gehtest absolviert. „Die Hemmschwelle zur Teilnahme ist niedrig, auch, weil die Mitarbeiter auf Gleichgesinnte treffen. Wir wollen auch diejenigen zum Mitmachen motivieren, die nicht so sportlich sind“, sagt Gesundheitsmanagerin Sandra Flink. Um positive Veränderungen messbar zu machen, folgt auf jeden Test ein Bewegungsangebot, zum Beispiel ein Schrittzähler-Wettbewerb und im Anschluss ein erneuter Check: „Wenn man versteht, wie sich die eigenen Gesundheitsparameter positiv beeinflussen lassen und persönliche Erfolge sichtbar werden, motiviert das enorm“, sagt Flink.

Kein Gießkannen-Prinzip

Im Rahmen des jährlich stattfindenden Health-Safety-Environment-Tag hat ein Energiedienstleister aus Norddeutschland für seine rund 1.800 Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit der UBGM unter anderem den Muskelfunktionstest und den Stress-Test an mehreren Standorten durchgeführt. „Wir konnten mehrere Screenings, die jeweils pro Mitarbeiter nur rund 20 Minuten dauern, an einem Tag durchführen. Das war sehr effektiv“, sagt der interne Gesundheitsberater Sebastian Düren. Für das regional aufgestellte Unternehmen sind mobile Gesundheitsgeräte, die quasi in einen der 17 Standorte fahren können, sehr flexibel auf die jeweiligen Bedürfnisse und Belastungen anpassbar. Düren: „Wir haben einen hohen Anteil an gewerblichen Mitarbeitern in unserer Belegschaft. Der Muskelfunktionstest zur Feststellung möglicher Muskeldysbalancen, die zu Verspannungen und Bewegungsstörungen führen können, ist daher sinnvoll.“

Datenschutz erhöht Akzeptanz

Auch vor dem Hintergrund des wissenschaftlich nachgewiesenen Anstiegs psychischer Erkrankungen und deren Folgen können mobile Checks als eine gesundheitsförderliche Maßnahme sinnvoll sein. Damit das Vorsorgeangebot von den Mitarbeitern angenommen wird, spielt die Haltung der Geschäftsleitung eine entscheidende Rolle: Steht sie mit ganzem Herzen dahinter und beteiligt sich selbst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch die Mitarbeiter für die Teilnahme gewonnen werden können. Außerdem wichtig für den Erfolg und die Akzeptanz der mobilen Angebote sind die Kommunikation im Vorfeld, die Einbindung des Betriebsrats und der sensible Umgang mit Datenschutz. „Wir haben klar kommuniziert, dass der Arbeitgeber keine Daten aus den Check-Ups erhält; wir organisieren lediglich die Anmeldungen“, sagt Sandra Flink. In einer Forschungseinrichtung mit einem hohen Anteil an Wissenschaftlern sei die Datensicherheit entscheidend für das Vertrauen der Mitarbeiter in das Gesundheitsmanagement.

Neben der Datensicherheit ist es wichtig den Mitarbeitern zu vermitteln, dass es sich um ein freiwilliges Angebot handelt, das jeden Einzelnen darin unterstützt, sich persönliche Ziele zu setzen. Daher gibt es nach jedem Test sofort ein konkretes Ergebnis mit Trainingsempfehlungen, und die daraus gewonnenen Erkenntnisse dienen als Handlungsleitfaden. Die Unternehmensleitung und die Führungskräfte sind insbesondere gefragt, nicht nur gesundes Verhalten vorzuleben, sondern auch das Thema Krankheit zu kommunizieren, bei den Mitarbeitern Zweifel auszuräumen und sie in puncto Gesundheitsbewusstsein zu bestärken.

Wird das Gesundheitsangebot von den Mitarbeitern als Ausdruck von Wertschätzung aufgenommen, kann es langfristig wirken und zur Bindung beitragen. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels wird es in Zukunft mehr denn je wichtig sein, psychischen und physischen Erkrankungen vorzubeugen und die Gesundheit der Belegschaft nachhaltig zu stärken. Und dabei ist nicht zu vergessen: Ein Unternehmen, das in die Gesunderhaltung seiner Mitarbeiter investiert, ist auch für künftige Potenzialträger attraktiv.

Stefan Buchner

Geschäftsführer der UBGM, Unternehmensberatung für betriebliches Gesundheitsmanagement

stefan.buchner@ubgm.de

www.gesundheitsmanagement24.de/gesundheitstage/