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Betriebliche Altersversorgung in Tiefzinsphase: Alternativen zur Versicherung
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Betriebliche Altersversorgung in Tiefzinsphase: Alternativen zur Versicherung

Johannes Führen, Honorarberater der Quirin Privatbank, spricht im Interview über die Möglichkeit, bei der Anlage des Vorsorgekapitals neue Wege zu betreten.

Wie wirkt das aktuelle Zinsniveau auf langfristig ausgerichtete bAV-Verträge?
Viele Unternehmen unterschätzen die Auswirkung. Es besteht meist die Hoffnung, dass die Zinsen bis zur Fälligkeit einer zukünftigen bAV-Zusage wieder steigen. Aber die niedrigen Zinserträge von heute sind die fehlenden Zinseszinsen von morgen. Es besteht also jetzt Handlungsbedarf.

Viele Unternehmen nutzen zur Finanzierung Versicherungen, deren Garantiezins über dem jetzigen Marktzins liegt. Wieso sich also Sorgen machen?
Das stimmt, Arbeitgeber wählen oft Versicherungen als Finanzierungsform. Dabei müssen sich Geschäftsführer ernsthaft die Frage stellen, was deren Garantieanspruch zukünftig noch wert ist. Wenn die Zinsausgaben höher als die Zinseinnahmen sind, geht das für Versicherer nicht auf. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die BaFin reagiert und die erste Versicherung als Insolvenzschutz die zugesagte Garantieleistung reduzieren muss – und nach VAG § 89 auch darf.

Was bedeutet das für die Unternehmen?
Der Arbeitgeber steht in der Pflicht, dem Arbeitnehmer die zugesagte Leistung zu zahlen. Zahlt die Versicherung nicht, kann das dem Angestellten egal sein. Das Betriebsrentengesetz ist Arbeitsrecht – also Chefsache. Es bedarf immer – und in der Praxis ist dies bisher nur selten der Fall – einer vertraglichen Vereinbarung über die individuelle Leistungszusage vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer.

Welche Auswirkungen ergeben sich daraus für die Kalkulation der Unternehmer?
Die Folgen sind unkalkulierbar. Ein Blick auf die jährlichen Versicherungsmitteilungen zeigt, dass die prognostizierten Auszahlungsbeträge aller Versicherten in den letzten Jahren langsam aber stetig reduziert wurden. Rechnet man nun die anfänglich zugesagten Ansprüche einer gesamten Belegschaft dagegen, führt diese Differenz zu einer deutlichen Unterdeckung, die bilanziell oft nicht ausreichend berücksichtigt ist. Dies kann zu einem Existenzrisiko für das Unternehmen werden.

Gibt es denn dazu überhaupt noch interessante Alternativen?
Ja, es gibt durchaus interessante Optionen. Das Kapital muss nicht zwingend an Versicherungen bzw. Dritte abfließen, sondern kann bilanziell „im Haus“ bleiben. Das stärkt langfristig die Kapitaldecke des Unternehmens. Zudem kann die Höhe der jährlichen Vorsorgezahlungen selbst bestimmt werden, ohne Bindung an die Maximalwerte von klassischen Pensionskassen oder Direktversicherungen. Zum Schutz der Ansprüche bei einer Unternehmensinsolvenz dient der Pensionssicherungsverein. Er deckt gegen einen relativ kleinen Beitrag die zugesagten Auszahlungen in praxisüblichem Rahmen ab.

Wer entscheidet bei diesen Alternativen über die Anlage des Kapitals?
Die Verantwortung liegt beim Unternehmen. Dies sollte aber nicht als Last, sondern unbedingt als Chance verstanden werden. Nach den versicherungsfreundlichen Gesetzesänderungen der letzten Jahre gilt umso mehr, dass die Überschüsse bei den Produktanbietern verbleiben. Zudem drücken hohe Kosten auf die Rendite. Bei der Lösung, wie sie die Quirin Privatbank anbietet, verbleiben die Überschüsse ganz oder teilweise im Unternehmen oder werden direkt an Mitarbeiter weitergegeben. Dies stärkt die Unternehmensbindung und erhöht die Attraktivität des Arbeitgebers.

Welchen Mehrwert liefert die Quirin Privatbank?
Durch unsere Unabhängigkeit können wir ausgetretene Pfade verlassen und neue Wege gehen. Wir bieten ein Netzwerk von Fachleuten, die wir zur Gestaltung einer individuellen Versorgungsordnung oder der rechtlichen Prüfung heranziehen. Entscheidend ist allerdings, dass die Quirin Privatbank mit ihrem Anlagekonzept „Markt – Meinung – Wissen“ ein professioneller Partner zur Anlage des Vorsorgekapitals ist. Unsere Expertise hat für eine Vielzahl von Unternehmen die Altersvorsorge umgestaltet und langfristig auf eine solide Basis gestellt.

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