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BAV und Niedrigzins: Vorsorge die sich trotzdem lohnt

BAV und Niedrigzins: Vorsorge die sich trotzdem lohnt

„Leben heißt Veränderung”, sagte der Stein zur Blume und flog davon. Dieses Zitat spiegelt die Situation der Altersversorgung hervorragend wieder. Im Kern bedeutet es, dass Unternehmer ihre Vorsorgeaktivitäten aber auch die ihrer Mitarbeiter regelmäßig überprüfen sollten, um zum gewünschten Ergebnis zu gelangen. Es ist notwendig, da sich die Rahmenbedingungen verändern, so wie unser Leben.

Zum 1.1.2017 wurde der Höchstrechnungszins erneut gesenkt. Der Grund hierfür ist die andauernde Niedrigzinsphase am Kapitalmarkt. Die Höhe des Höchstrechnungszinses wird anhand der durchschnittlichen Umlaufrendite zehnjähriger Staatsanleihen, welche auf Euro lauten, ermittelt. Er darf nicht mehr als 60% betragen. Eine Rentenversicherung aber allein auf die Rendite zu reduzieren, wäre nicht richtig. Eine Versicherung leistet wesentlich mehr.

Bestes Beispiel ist der Risikoausgleich im Kollektiv. Das Risiko, das den Einzelnen überfordert, kann die Versichertengemeinschaft zusammen tragen. Die Ungewissheit, erwerbsgemindert zu werden, die Ungewissheit über die Dauer des eigenen Lebens – diese Risiken werden kalkulierbar, wenn sich viele Personen in einer Pensionskasse organisieren. Es gibt den Risikoausgleich durch die große Zahl oder den Risikoausgleich über die Zeit.

Vorteile der Betriebsrente

Zusätzlich kommen noch weitere Aspekte hinzu, die für eine betriebliche Altersversorgung sprechen. Die Betriebsrente ist aufgrund von Steuervorteilen, Sozialversicherungsersparnis, der geringen Kosten und der hohen Sicherheitsstandards besonders attraktiv. Sie lohnt sich für jeden Arbeitnehmer – egal wie viel er verdient. Außerdem ist selbst für neue Verträge ein Garantiezins von künftig 0,9% noch immer mehr wert als die Geldanlage auf Sparbüchern oder Tagesgeldkonten. Dieser liegt nahe Null. Auch lohnt es sich, den Garantiezins mit der aktuellen Inflationsrate zu vergleichen. Sie liegt bei 0,1% (Stand Mai 2016).

Sicherheit hat oberste Priorität

Seit über zehn Jahren fördert der Gesetzgeber die Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung über den Arbeitgeber. Die Finanzkrise hat aber den Menschen vor Augen geführt, welche Risiken teilweise an den Kapitalmärkten eingegangen werden. Anleger möchten deshalb jetzt genauer wissen, wie ihr Geld von den Versorgungsträgern im Vergleich zu anderen Anbietern angelegt wird und ob es in Krisensituationen ausreichend geschützt ist. Aus der betrieblichen Altersversorgung leitet sich für die Anlagepolitik ab, dass dem Sicherheitserfordernis höchste Priorität einzuräumen ist.

Win-Win-Situation

Jeder Mitarbeiter kann Teile des Bruttogehalts in eine betriebliche Altersversorgung (bAV) umwandeln. Dadurch sparen sie Steuern und Sozialabgaben. So können die allermeisten Arbeitnehmer bei gleichem Sparbudget den doppelten Betrag für ihr Alter zurücklegen. Aber auch die Arbeitgeber profitieren: Die Entgeltumwandlung ist für sie kostenneutral. Jeder Euro Beitrag reduziert auch ihren Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung. So sparen sie bares Geld bei den Lohnnebenkosten. Damit können sie wiederum die Entgeltumwandlung bezuschussen. Für Arbeitgeber ein Nullsummenspiel – aber für Arbeitnehmer ein wichtiger Beitrag, um im Alter den Lebensstandard zu halten.

Michael Oliver Skudlarek, Kölner Pensionskasse VVaG, Köln

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