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Ausbildungsstellensuche: Junge Frauen haben geringere Aussichten

Ausbildungsstellensuche: Junge Frauen haben geringere Aussichten

Die Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz ist für junge Frauen schwieriger als für junge Männer – obwohl sie in der Schule besser abschneiden und höhere Schulabschlüsse aufweisen.

Einer neuen Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zufolge bestehen deutliche Chancenunterschiede zwischen jungen Frauen und jungen Männern. Noch immer sind im Bereich der gewerblich-technischen Berufe Frauen deutlich unterrepräsentiert. Der Frauenanteil in der dualen Berufsausbildung liegt derzeit bei bloß 39% und ist damit gegenüber der Situation in den frühen Neunziger-Jahren rückläufig (1992: 40,8%). Während der Beruf Kraftfahrzeugmechatroniker der im Jahr 2012 von jungen Männern am stärksten besetzte Ausbildungsberuf im dualen System der Berufsausbildung war, lag der Frauenanteil bei gerade einmal 3,1%.

Allgemein dominieren bei den Frauen kaufmännische und Dienstleistungsberufe, während gewerbliche und technische Berufe nach wie vor die Domäne der Männer sind. Damit ist der Begriff des „geschlechtsspezifischen Arbeitsmarktes“ (Beck-Gernsheim 1976) noch immer und neuerdings wieder verstärkt auf die heutige Situation anzuwenden. Nicht immer sind es dabei persönliche Präferenzen, die dazu führen, dass sich sowohl die von Männern und Frauen bevorzugten Ausbildungsberufe als auch die von ihnen ausgeübten Erwerbsberufe dermaßen deutlich unterscheiden.

Im Bereich der dualen Berufsausbildung haben Frauen schlechtere Einmündungschancen als Männer. Der Grund dafür ist die sogenannte „statistische Diskriminierung“: Arbeitgeber orientieren sich bei der Einstellung von Arbeitskräften an der Zugehörigkeit von Personen zu Gruppen und hier an Gruppenmittelwerten der Produktivität. Personalverantwortliche in Betrieben halten Frauen in männerorientierten Berufen oftmals für weniger leistungsfähig, da sie bei ihnen von einer stärkeren Beanspruchung durch Familientätigkeit ausgehen.

Diese oftmals eher unbewusst ausgeübte Diskriminierung hat weitreichende Folgen, denn im späteren Berufsleben erreichen Männer im Schnitt nach wie vor höher angesehene und besser dotierte berufliche Positionen als Frauen.

Weitere Informationen zu diesem Thema und die Auswertung der erhobenen Daten finden Sie im BIBB REPORT, Heft 4/2014 mit dem Titel: „Berufswahl junger Frauen und Männer: Übergangschancen in betriebliche Ausbildung und erreichtes Berufsprestige“.

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