Banner
Zukunftsmanagement: Strategisches Gespür mit System
Zukunftsmanagement: Strategisches Gespür mit System Der Zukunftsradar
Der erste Schritt ist die Einrichtung eines so genannten "Strategie- oder Zukunftsradars". Dieser besteht aus Mitgliedern der Geschäftsführung sowie weiteren Experten und Kreativen aus allen wesentlichen Bereichen Ihres Unternehmens. Eine Teamgröße zwischen acht und fünfzehn Mitarbeitern ist optimal. Nun müssen die richtigen Fragestellungen gefunden werden, die für Ihr Unternehmen zentral sind.

Diese umfassen meist Kernbereiche wie Kundenwünsche, Gesetzgebung, Wettbewerb, Expansionsmöglichkeiten, Technologie, Wirtschaftslage und Personal. Eine solche Frage könnte z. B. lauten "Wie entwickelt sich der Wettbewerb am Markt?".

Recherchieren Sie zu allen ermittelten Kernbereichen den aktuellen Informationsstand und entwickeln Sie dann, ohne vorab unwahrscheinlich erscheinende Szenarien auszuschließen, ein Spektrum von denkbaren Entwicklungen. Dabei ist es wichtig, dass Sie auch die Extremsituationen, die passieren könnten, einschließen. In diesem Schritt geht es nicht um die Wahrscheinlichkeit der erdachten Ereignisse. Die erhaltenen chancenträchtigen und bedrohlichen Projektionen sind das Rohmaterial, welches Sie anschließend weiter benutzen.

Was ist wahrscheinlich?
Die nächste Stufe, die notwendig ist, ist die Betrachtung der Szenarien unter verschiedenen Blickwinkeln. Da es fast unmöglich ist, gleichzeitig kreativ, analytisch oder visionär zu sein, sollten Sie die folgenden Schritte hintereinander in der angegebenen Reihenfolge durchführen. Zunächst geht es um die wahrscheinliche Zukunft. Dabei entwickelt das Projektteam Einschätzungen, die nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit eingestuft werden. Arbeiten Sie diese Daten statistisch und grafisch auf, um Sie besser darstellbar und dokumentierbar zu machen. Sie erhalten eine Art Hitliste der Zukunftsprojektionen anhand ihrer Wahrscheinlichkeiten.

Was für Chancen haben Sie?
In dieser Phase geht es um Chancen für neue Märkte, innovative Produkte, neue Strategien und neue Strukturen. Mithilfe der angewandten Methoden lässt sich der Zukunftshorizont der Entscheider erweitern. Auch hier ist eine unvoreingenommene Herangehensweise wichtig, die alle Ideen zulässt. Beantworten Sie sich Fragen nach den Gestaltungsmöglichkeiten, nach Ihren Trümpfen und möglichen neuen Geschäftsfeldern. Auch Bedrohungen sollten als Chancen angesehen werden. Denn in Krisen steckt oftmals das größte Entwicklungspotenzial.

Durch verschiedene Techniken können Sie Ihrer Kreativität auf die Sprünge helfen:

    * Rückbesinnung: Wie wurde die Aufgabenstellung früher gelöst?
    * Verwandtschaft: Wie wird es in benachbarten Branchen gemacht?
    * Mutation: Wie kann man Elemente verändern und optimieren?
    * Anderer Rahmen: Gibt es andere Sichtweisen? Was für welche?
    * Regelbrecher: Welche Regeln sind wirklich notwendig?
    * Wertanalyse: Wie kann die gleiche Wirkung anders erzielt werden?
    * Biostrategie: Wie würde es die Natur lösen oder organisieren?
    * Abstufungen: Welche Zwischenlösungen sind möglich?
    * Paralleluniversum: Wie würde es auf einem anderen Planeten gelöst werden?

Auch, wenn Ihnen diese Fragen auf den ersten Blick vielleicht etwas lapidar erscheinen, helfen sie die Schranken, die durch jahrzehntelange Erfahrungen und "Naturgesetze" in den Köpfen entstanden sind, einzureißen. Nur dann sind Sie wirklich kreativ.

Visionen entwickeln
Bei der Visionsentwicklung geht es darum, das Szenario auszuwählen, das am besten zu Ihrem Unternehmen, Ihren Potenzialen, Fähigkeiten und Ressourcen passt. Dabei werden die einzelnen Visionen anhand von Kriterien wie Kundennutzen, Wirtschaftlichkeit und Verbesserung der Wettbewerbsposition beurteilt. Passt diese Vision zu dem vorher erhaltenen Zukunftsbild der Geschäftswelt? Mithilfe dieser Kriterien filtern Sie die vorher ermittelten Chancen und erhalten schließlich eine Vision, die passt, wahrscheinlich ist und die besten Chancen besitzt.

Unerwartete Ereignisse
Auch die eher unwahrscheinlichen Visionen spielen letztendlich eine Rolle. Sie sind wichtig, denn wenn sie eintreffen, kann Ihr ganzes Gedankengebäude in sich zusammenbrechen. Bei einem solchen "Extrem" handelt es sich zum Beispiel um die politische Isolation eines Staates, andere ökonomische Katastrophen, aber auch unerwartet positive Entwicklungen. Beziehen Sie die Extreme dennoch in Ihre Analyse mit ein, dann reagieren Sie im gegebenen Fall schneller und vermeiden größeren Schaden.

Strategien entwickeln
Erst im letzten Schritt geht es an die konkrete Strategieumsetzung. Entwickeln Sie hierzu Teilziele, Projekte und Leitlinien. Auch die Dokumentation spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Halten Sie alle erhaltenen Entwicklungsmöglichkeiten, Chancen und die Eintrittswahrscheinlichkeiten fest. Diese Dokumentation ist die absolut unerlässliche Grundlage für ein Zukunftsmanagementsystem, das in der Lage ist, schnell auf Veränderungen zu reagieren. Es muss mithilfe von regelmäßigen Workshops und klar abgegrenzten Verantwortlichkeiten aktuell gehalten und bei Bedarf weiterentwickelt werden.

 
Newsletter


Aktuelle Informationen aus den Bereichen Steuern, Recht und Wirtschaft. Melden Sie sich jetzt für den Newsletter an.
Abonnieren Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter!