Management & Controlling
CSR: Auch kleine Unternehmen können durch gemeinnütziges Engagement ihr Image steigern
 |
|
In Deutschland engagieren sich viele kleine und mittelständische Unternehmen. Sie helfen gemeinnützigen Einrichtungen vor Ort nicht nur durch Geld- und Sachspenden, sondern zunehmend auch durch den ehrenamtlichen Einsatz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und durch gezielte strategische Projekte. Schon eine kleine Investition wirft Rendite ab, weil die Projekte positiv ausstrahlen.
Diese gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen und Organisationen wird heute unter dem neuen Begriff „Corporate Social Responsibility“ (CSR) gefasst. Dabei geht es um Nachhaltigkeit und darum, an die Gesellschaft und den Standort, an dem man Ertrag erwirtschaftet, etwas zurückzugeben. Das stärkt die Motivation auf Mitarbeiter-, Kunden-, Lieferanten- und Verwaltungsseite und zeigt, dass Unternehmer nicht nur in die eigene Tasche arbeiten, sondern sich ihrer vorbildhaften Rolle durchaus bewusst sind.
|
Was genau für Maßnahmen auf welche Art und Weise in die Wechselbeziehungen zu (welchen) Stakeholdern integriert werden, liegt aber auch aufseiten der Unternehmen. Das Spektrum der CSR-Aktivitäten kann sich dabei von Unternehmen zu Unternehmen stark unterscheiden. Das Engagement sollte vor allem zum Tätigkeitsbereich des Unternehmens passen. Wer regional aktiv ist, sollte auch bevorzugt regionale Projekte fördern. Somit ist man als Unternehmen glaubwürdig und sichtbar integriert. Nehmen wir als Beispiel ein Immobilienunternehmen, das dadurch punkten kann, dass es sich besonders bei der Verwaltung seiner Gebäude für regenerative Energien oder Dämmung einsetzt. Ein Bauunternehmen kann etwas für Obdachlose tun, kann sich Wohnen im Alter oder Energieeffizienz zum Thema machen. Insofern ist CSR auch immer ein ambitioniertes, gestaltbares und individuell anpassbares Konzept. Ethische Unternehmensausrichtung bringt Wettbewerbsvorteil Als Unternehmen soziale, ethische und ökologische Verantwortung zu zeigen ist mehr als ein Trend. Es schafft in der Öffentlichkeit einen Mehrwert, der ein Unternehmen von anderen Wettbewerbern positiv unterscheidet.
CSR ist vor allem für kleine Mittelständler erst einmal eine Investition, wirft dann aber auch Rendite ab, weil die Projekte positiv ausstrahlen: auf die Mitarbeiter, auf die Kunden, auf die Lieferanten, auf die Branche, ja selbst auf die Mitbewerber. Wichtig bei der Wahl eines CSR-Projekts ist, sich auf eine möglichst klar erkennbare Strategie zu beschränken – dann ist der positive Effekt für alle am größten.
Checkliste: Aufbau eines nachhaltigen CSR-Plans
Die folgende Checkliste soll vor allem Anreize für kleine Betriebe setzen und zeigen wie wichtig eine durchdachte Strategie für CSR-Projekte ist.
- Entscheidung für CSR-Projekt: Ideen sammeln! Bei der Entscheidung für CSR-Projekte sollte bereits das Engagement der eigenen Mitarbeiter berücksichtigt und eingebunden werden. Beschränken Sie sich auf ein zentrales Thema – gerne mit unterschiedlichen Projekten.
- Planung des Projekts: Zur Planung gehört immer die Analyse des Ist-Zustands, in der aktuelle Strategien hinterfragt werden. Suchen Sie nach bereits bestehenden Ansätzen, auf die Sie aufbauen können. Wichtig ist hier die Budgetierung, die strategische Planung, die Einbindung in das Kerngeschäft und das „Look and Feel“ des Hauses.
- Zusammenarbeit mit Spezialisten: Für viele kleine Mittelständler ist es oft nicht möglich, eigene Arbeitsbereiche für CSR zu unterhalten. Um sich im Bereich CSR zu positionieren, sind ein konkretes Marketing und eine Kommunikationsstrategie wichtig. Üblicherweise unterstützen Spezialisten dabei, eine Strategie zu entwickeln und die Unternehmen mit Projektpartnern zusammenzubringen. Sie entlasten vor allem die eigenen Mitarbeiter und liefern professionelle Beratung und Produkte aus einer Hand – vom Design bis zur Erfolgspressekonferenz.
- Mitarbeiter einbeziehen: Generell sollte auch das Engagement der eigenen Mitarbeiter berücksichtigt und eingebunden werden. Mitarbeiter fungieren als Botschafter des eigenen Unternehmens, sie kommen durch ihr eigenes Umfeld mit neuen Impulsen und Ideen zurück. Dieses Corporate Volunteering führt zu einer hohen Identifikation der Mitarbeiter, sie sind motivierter, leistungsbereiter und -fähiger.
- CSR-Kommunikation: Ein wesentlicher Aspekt ist, dass CSR und der daraus resultierende Wettbewerbsvorteil auch kommuniziert werden. Dies geschieht sowohl durch die zuständige Abteilung, Agentur und vor allem auch durch die Mitarbeiter des Unternehmens. Das CSR-Projekt darf nicht nur existieren, es muss auch bekannt gemacht werden und bekannt sein.
- Projekt-Erfolg prüfen: Für nachhaltige und erfolgreiche CSR ist es notwendig, die Ergebnisse der Aktivitäten zu evaluieren. Erfolge können so besser und genauer kommuniziert und somit Stakeholderansprüche befriedigt werden. Eine interne Evaluation mit den Unternehmensmitarbeitern kann zudem die Fortführung und den Ausbau der CSR-Projekte vereinfachen und voranbringen.
Autorin: Simone Stein-Lücke Bonne Nouvelle –Unternehmenskommunikation, Bonn http://www.bonne-nouvelle.de/ |