Finanzierungsstrategien in zwei von drei Unternehmen auf dem Prüfstand
Die Herbstbefragung, an der sich knapp 1.500 Unternehmen beteiligten, thematisierte neben den wirtschaftspolitischen Forderungen der Unternehmen für die kommende Legislatur, den Herausforderungen in der Unternehmensführung sowie der Frage, wer den Unternehmen bei der Krisenbewältigung beratend zur Seite steht, auch die Finanzierungssituation der Unternehmen. Hier einige Ergebnisse: Im Hinblick auf die Unternehmensfinanzierung berichteten drei Viertel der Unternehmen, deren Finanzierungsbedingungen negativ beeinträchtigt wurden, über eine zögerliche Bereitstellung neuer Kreditlinien. Probleme beim Zugang zu Investitionskrediten liegen in zwei Drittel der befragten Unternehmen vor. Im Vergleich zur Erhebung im Frühjahr 2009 haben damit mehr Unternehmen Probleme bei den o.g. Finanzierungsaspekten: Während die Nennungen zu Problemen bei Kreditlinien im Vergleich zum Frühjahr 2009 nur leicht um 2,9 Prozentpunkte zunahmen, stieg die Zahl der Unternehmen mit Problemen beim Zugang zu Investitionskrediten um 7,7 Prozentpunkte. Auch wenn es bisher nur selten zur Kündigung von bestehenden Krediten oder Kreditlinien kam (9,5 Prozent), gibt gerade die zögerliche Vergabe von Investitionskrediten Anlass zur Sorge im Zuge eines Konjunkturaufschwungs. Ein Anziehen der Nachfrage wäre mit einem steigenden Investitionsbedarf der Unternehmen verbunden, während sich der Spielraum der Banken zur Kreditvergabe unter Umständen nicht in gleichem Tempo ausweitet. Vor diesem Hintergrund verwundert es daher auch nicht, dass in zwei von drei Unternehmen die Finanzierungsstrategie in den nächsten zwei Jahren auf dem Prüfstand steht. Am häufigsten wird über mögliche Strategien zur Stärkung der Liquiditätsreserven nachgedacht. Eine Ausweitung der Kreditfinanzierung wird nur von knapp jedem zehnten Unternehmen in den nächsten zwei Jahren angestrebt. Die Abhängigkeit von einzelnen Hausbanken will jedoch ein Großteil der Unternehmen (42 %) verringern. Fazit: Nach dem starken Nachfrageeinbruch, insbesondere in der Industrie, werden die kommenden Monate durch Konsolidierung gekennzeichnet sein. Nach den Krisenerfahrungen der letzten eineinhalb Jahre wollen sich die Unternehmen im industriellen Mittelstand in Zukunft mit einem Liquiditätspolster davor schützen, dass sie erneut unerwartet in schwierige Situationen geraten. |


