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Büro & E-Business: Mit E-Mails durchs Kommunikationsdickicht?
Stellen Sie sich vor, Sie heißen Heinz, Mary, Robert oder Bülent und erhalten folgende E-Mail: Von Peter Imehl Alles klar? Wenn Sie auf Anhieb „Ja“ sagen, hat Ihr Unterbewusstsein in Millisekunden eine Fülle von Fragen zwischen den Zeilen eindeutig beantworten können. Wenn nicht, hat sich Ihre Aufmerksamkeit genau dort – zwischen den Zeilen - verhakt. Etwa bei der Adresse: Wer ist nun genau angesprochen? Alle gleichermassen oder jemand besonders? Heinz fängt an, sich über Robert Gedanken zu machen, Bülent über Mary usw. Beim CC: Wieso informiert Peter seinen Vorgesetzten? Will er uns etwa vorführen oder sich nur lieb Kind beim Chef machen und besonders fleißig erscheinen? Beim Betreff: Welche Besprechung? Ich habe diese Woche einige davon. - -- Ach so, im Text steht es ja, das Produktmeeting. Beim Text: Was meint Peter damit, dass er uns alle gleichermaßen nennt? Wer übernimmt denn nun die Initiative? Ist das Tortendiagramm im Meeting endlich angekommen, haben fünf Leute eine Menge Gedankenarbeit vergeudet. Wenn wir miteinander kommunizieren empfinden wir es als natürlichen Tribut, dabei Nerven und Zeit aufzubringen. Und übersehen leicht die ökonomische Rückseite – vernichtete Wertschöpfung. E-Mails und ihre Fußangeln
Dabei liegen die Fußangeln im Medium selbst. Was E-mails so bewundernswert schnell macht – der elektronische Postkasten ist als Stellvertreter des Empfängers rund um die Uhr im Dienst - macht sie gleichzeitig so anfällig für Fehlinterpretationen. Wesentliche Zwischentöne und Umfeldinformationen, die uns helfen, den gemeinten Sinn einer Nachricht zu verstehen, gehen verloren. Und weil Sender und Empfänger nicht gleichzeitig online sind, entwickeln sie jeder für sich ihre eigene Psychologie. Das Problem bekommt zusätzlichen Schub. E-Mails zu produzieren ist nämlich weitaus befriedigender, als welche zu bekommen. Der Sender formuliert aus seiner Situation heraus. Er kennt alle für ihn wichtigen Facetten. Zusätzlich füllen versendete E-Mails sein inneres psychologisches Positivkonto. „Im Zweifelsfalle lieber eine mehr“, sagt er sich, „sicher ist sicher!“ und schaut stolz auf seine abgehakte To-do-Liste. Seine Welt ist in Ordnung. Für den Empfänger bedeuten viele E-Mails zunächst nur einen Berg unerledigter Arbeit und oft auch ständige Unterbrechungen. Weil er weit spärlichere Umfeldinformationen als der Sender hat, fällt ihm die Rekonstruktion der gemeinten Nachricht ungleich schwerer. Zum überquellenden Postkasten kommt die Unsicherheit, ob man sich wirklich verstanden hat. Unsicherheit aber ist immer anstrengend und blockiert alles andere. Hiervon wiederum sollte der Sender Einiges mitbekommen können. Denn sobald der seine Nachricht abgeschickt hat, quälen jetzt ihn grundsätzliche Fragen: „Bin ich angekommen? Was passiert mit meinem Anliegen?“ Offene oder verdeckte Antworten
Der Empfänger hilft dem Sender mit jeder Rückkopplung besser zu wissen, woran er ist. Rückkopplungen einzubauen ist oft leichter als vermutet:
Wer etwas zu sagen hat, bestimmt die Standards Vorgesetzte haben zur Gestaltung der Kommunikationsstandards in ihrem Team weitere Möglichkeiten.
Drei Faustregeln für den täglichen Gebrauch Im so gelichteten Kommunikationsdickicht wird sich die Teammotivation fühlen wie Dornröschen - wachgeküssst. Autor: Georg Dietrich ist selbstständiger Berater und Coach für Kommunikation im Betrieb. Menschen und ihre Organisationen profitieren dabei durch punktgenaue Verständigung und kommen zu ergiebiger Kooperation. |



