Neuigkeiten
Startseite / Fachbeiträge / 7 Gründe, mein Unternehmen zu verkaufen
7 Gründe, mein Unternehmen zu verkaufen
© Pixabay

7 Gründe, mein Unternehmen zu verkaufen

Ist der Verkauf des eigenen Unternehmens eine gute Entscheidung oder sogar der einzig sinnvolle Schritt? Diese Frage kann im Verlauf einer Firmengeschichte in verschiedensten Zusammenhängen auftauchen. Doch wann ist der Unternehmensverkauf tatsächlich die richtige Option? Welcher Zeitpunkt ist optimal, wenn der Verkauf im Raum steht? Lohnt es sich tatsächlich genau jetzt, das Unternehmen an die Konkurrenz weiterzugeben? Im Folgenden finden Sie 7 Gründe, warum Unternehmen klassischerweise verkauft werden – und können anschließend selbst entscheiden, ob auch für Sie ein Verkauf in Betracht kommt.

1. Alter

Der erste und gleichzeitig häufigste Grund für Unternehmensverkäufe betrifft ältere Gründer, die sich dem Pensionsalter annähern und sich in der nächsten Zeit in den Ruhestand begeben möchten. Wer über diesen Schritt nachdenkt, sollte das grundsätzlich möglichst frühzeitig tun – denn hier kommt der erste Grundsatz einer erfolgreichen Übergabe besonders deutlich zum Tragen: Sie sollten ausreichend Zeit für den Verkauf einplanen! Übersteigt die Größe Ihres Unternehmens den 1-Mann-Betrieb und tragen Sie womöglich die Verantwortung für mehrere Mitarbeiter sowie viele langjährig etablierte Kunden, sind etwa 5 bis 10 Jahre Vorbereitungszeit sinnvoll, bis Sie sich endgültig guten Gewissens aus dem Unternehmen zurückziehen können.

Alternativen zum endgültigen Verkauf

Eine Möglichkeit bei dieser Art der Übernahme sind nicht zuletzt Teilausstiege: Sie geben beispielsweise den Firmenvorstand ab, stehen aber zumindest eine Zeitlang noch für Beratungstätigkeiten zur Verfügung.

2. Krankheit, Unfall oder Tod

Bekanntermaßen lassen sich die oben genannten Gründe für einen Unternehmensverkauf schwer im Vorfeld kalkulieren – und sorgen damit oftmals für besondere Probleme bei der Übergabe des Betriebs. Da die Zeit für eine solide Planung fehlt, werden bei Krankheiten oder Unfällen des Chefs oft ungünstige Konditionen ausgehandelt. Ein externer Experte, der sich um die Weiterführung des Betriebs bis zum Verkauf kümmert, ist hier oft unverzichtbar.

3. Liquiditätsprobleme

Was tun, wenn das nötige Eigenkapital für Investitionen oder gar die Aufrechterhaltung des Betriebs nicht mehr vorhanden ist? Auch in diesem Fall erscheint der Unternehmensverkauf häufig als einzig richtige Entscheidung. Doch gerade in dieser Situation ist der erfolgreiche Verkauf leider auch besonders herausfordernd. Oft lässt sich auf die Schnelle kein guter Kaufpreis erzielen, der Käufer fordert hohe Garantien und das Ergebnis bleibt oft unbefriedigend. Besteht die Aussicht, die Firma vor dem Verkauf doch wieder profitabel zu machen, lohnt es sich, diese Chance zu nutzen – und dann mit neuem Selbstbewusstsein in den Verkaufsprozess einzutreten.

Alternativen zum endgültigen Verkauf

Fehlt es tatsächlich nur an Eigenkapital und glauben Sie innerlich weiter fest an Ihr Unternehmen? Dann sollten Sie die Option in Betracht ziehen, einen Investor für die Firma zu suchen und mit geschicktem Management das Unternehmen wieder auf den profitablen Weg zu bringen.

4. Berufliche Neuorientierung

Mal etwas ganz Anderes machen, einer völlig neuen Idee nachgehen oder auch in die ruhigeren Gewässer eines Angestelltenverhältnisses wechseln – es gibt viele Gründe, warum Sie einen Unternehmensverkauf aus beruflichen Erwägungen in Betracht ziehen könnten. Hinzu kommen unter Umständen private Veränderungen wie eine Scheidung oder ein Umzug – die Liste ist lang! Da Sie in diesen Fällen häufig genügend Zeit aufwenden können, sollten Sie sie nutzen – und mit einer besonnen Planung den erfolgreichen Verkauf einläuten.

5. Unerwarteter oder steigender Konkurrenzdruck

Bei der Einführung Ihres Produktes oder Ihrer Dienstleistung haben Sie eine Marktlücke getroffen und konnten schon bald viele Kunden von Ihrem Konzept überzeugen. Doch die Konkurrenz schläft bekanntermaßen nie – und kann im Laufe der Zeit zum schier unüberwindbaren Hindernis für eine weiterhin positive Bilanz werden. Wenn ein oder mehrere Mitbewerber Ihnen mit extrem niedrigen Preisen oder speziellen Features die Kunden nehmen, erscheint der Verkauf – unter Umständen sogar an den Konkurrenten – zuweilen als eine sinnvolle Entscheidung. Oft lohnt es sich in diesem Fall, schnell, aber dennoch überlegt zu handeln – bevor der Unternehmenswert sich weiter verringert.

Alternativen zum endgültigen Verkauf

Warum sollten unbedingt Sie verkaufen? Haben Sie genügend finanzielle Reserven, können Sie unter Umständen den gegenteiligen Weg in Erwägung ziehen und stattdessen das Unternehmen der Konkurrenz übernehmen. Hat es sich um ein lokal begrenztes Angebot, ist auch über einen Ortswechsel nachzudenken.

6. Negative wirtschaftliche Entwicklung

Egal ob es sich um einen gesamtwirtschaftlichen oder nur Ihre Branche betreffenden Abschwung handelt, bei wirtschaftlicher Schieflage stellt sich schnell die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Verkaufs – im Zweifelsfall, bevor es zu spät ist. Eine solide Planung und gegebenenfalls die Beratung durch Experten kann in diesem Fall helfen, den bestmöglichen Gewinn aus dem Verkauf herauszuholen.

Alternativen zum endgültigen Verkauf

Doch ist der Verkauf wirklich nötig? Um diese Frage beantworten zu können, müssen verschiedene Umstände berücksichtigt werden. Zunächst einmal gilt es, die langfristige Perspektive zu beurteilen. Wird sich die Auftragslage tatsächlich über einen längeren, für das Unternehmen nicht tragbaren Zeitraum hinweg, negativ entwickeln? Oder ist beizeiten wieder mit einer Verbesserung der Lage zu rechnen? Unter Umständen sinnvoll kann es darüber hinaus sein, sich nur von Teilen des Geschäfts zu trennen und sich verstärkt auf die Kernthemen des Unternehmens zu konzentrieren. Kommt schließlich eine Sanierung als Alternative in Betracht, hilft oft der Blick von außen durch einen Experten weiter.

7. Streitigkeiten mit den Miteigentümern

Waren bei der Unternehmensgründung und in der Anfangsphase noch alle Beteiligten auf einer Wellenlänge, so können sich im Laufe der Zeit doch unüberbrückbare Differenzen ergeben. In diesem Fall sollten Sie rechtzeitig den Ausstieg in Erwägung ziehen, um so negative Folgen für sich und das Unternehmen zu vermeiden. Zu prüfen ist dabei allerdings, ob der anteilige Verkauf an Dritte überhaupt zulässig ist und welche Abmachungen mit den anderen Eigentümern für genau diese Situation getroffen wurden.

Die Klärung der Motivlage als Grundlage für den erfolgreichen Verkauf

Aktuelle Zahlen zu Unternehmensübernahmen lassen aufhorchen: Demnach scheitern beispielsweise beim Verkauf aus Altersgründen etwa 50 Prozent aller Übernahmen. Wie lässt sich dem nun vorbeugen? Der erste Schritt auf dem Weg zum erfolgreichen Verkauf ist die Klärung der Motivlage. Wer weiß, warum er sein Unternehmen verkaufen möchte, kann mit einem klaren Ziel in die Verhandlungen gehen und seine Gründe ehrlich und offen gegenüber möglichen Käufern zum Ausdruck bringen. Auf dieser Basis lassen sich solide Planungen für den Verkauf aufbauen, die in den weiteren Schritten wie der realistischen Bestimmung des Unternehmenswertes, der Erstellung eines Verkaufexposés und schließlich der Verhandlung mit möglichen Käufern münden.

Quellen:

Schenk, Manfred (2016): Unternehmensverkauf ist ein Ganztagsjob. URL: https://www.mittelstandswiki.de/wissen/Gastbeitrag:Firma_verkaufen (16.3.2017)